Mittwoch, Januar 23, 2008

von hauptstadt zu hauptstadt - town over town

LA PAZ/ EL ALTO - LIMA - FRANKFURT - KOELN - BERLIN - FRANKFURT - LIMA - ILO - LA PAZ/ El ALTO

"was haltet ihr davon weihnachten nach deutschland zu kommen?" das war brittas mutter, die uns am telephon dieses unmoralische angebot unterbreitete. ihr lebenspartner christian ist beruflich in der welt unterwegs und sammelt somit flugmeile ueber flugmeile. mit der zeit, und seiner wenigen zeit sie zu nutzen, hatten sich 2x meilen von lima bis frankfurt und zuerueck gesammelt. tja.... wir waren erstmal in heller aufregung und von der idee mehr als angetan. auf dem weg von chochabamba bis la paz wollten wir diesen schoenen gedanken nicht weiterdenken, solange nicht alles "eingetuetet" war, aber trotzdem war die vorfreude staendiger begleiter! anfang dezember war dann alles klar: das onlineticket im posteingang, 4 wochen heimaturlaub und wir im weihnachtsstress. 2 wochen hatten wir zeit, um passende geschenke fuer alle und jeden zu suchen. nebenher standen noch projektbesuche und aehnliches an!

um auch noch ein touristisches highlight la paz' mit zu nehmen, beschlossen wir auf den 6088 meter hohen huyana potosi zu steigen. dazu mieteten wir uns einen guide und die entspechende ausruestung: steigeisen und feste schuhe, eispickel und alles was dazu gehoert. am ersten stiegen wir von 4700 auf 5200 meter hoch, wo wir in einer huette schliefen (von 20 bis 24 uhr) und dann stiegen wir den berg hinauf: nach einigen hoehenmetern spuerten wir schon den unterschied. um uns herum stuerme es eisig und schnee wurde aufgeweht, und nachdem es mir permanent schlecht war und simon sich schlisslich uebergab, kehrten wir lieber um. etwa 5900 meter ist auch nicht schlecht fuers erste mal, dachten wir uns! und eine spezielle erfahrung war es auch so, nur schade, dass wir den sonnenaufgang nicht auf dem gipfel verbringen konnten.

am 10.12.2007 machten wir uns dann auf, um lima puenktlich zu erreichen. schwerbepackt mit 2 rucksaecken, einer riesen tasche fuer den weihnachtsmann und einer unhandlichen kiste mit fahrradteilen und hinterraedern, kamen wir via nachtbus schon am naechsten tag an. gut 3 tage erkundeten wir lima und genossen das, zu der zeit, angenehme kuestenklima.

ein bonusmeilenflug ist eien art geschenkter gaul, dem man bekanntlich nicht ins maul schaut, trotzdem: 26 flug- bzw. aufenthaltsstunden(lima- toronto- london- frankfurt) sind alles andere als angenehm. zudem scheinen fluggesellschaften ueberall an platz zu sparen und mit etwas wehmut dachten wir gerne an unsere luxurios proportionierten nachtbusplaetze zurueck. geschlaucht aber uebergluecklich nahmen wir einige familienmitglieder in frankfurt in die arme. aha, so sieht deutschland also nach auf den tag genau 13 monaten aus!

die erste woche ertappen wir uns, unabhaenig von einander, immer wieder bei auf spanischen genuschelten endschuldigungen. ausserdem liessen sich diese euromuenzen doch wirklich nicht ausseinanderhalten. trotz dieser kleinen unstimmigkeiten war alles so, wie immer. "irgendwie ist es als waert ihr nur nen monaten weg gewesen", sageten freunde und familie und das schoene war, genauso fuehlten wir uns!

in lima hatten wir eine grobe 4 wochen planung angefertigt. mit schrecken hatte simon festellen muessen, wie kurz 4 geplante wochen sich anfuehlen. das nahezu terminfrei sich treibenlassen auf dem fahrradsattel und morgens nicht wissen, wo man abends sein zelt aufschlaegt, laesst einen fast nie zeit- oder termindruck spueren - das ist ehrlich ein tolles gefuehl! trotz der befuerchtungen waren die 4 wochen schlussendlich fast immer stressfrei. es reihte sich ein highlight an das anderen: weihnachten in den jeweiligen familien, treffen mit geschwistern, verwandten, freunden und bekannten; sylvester mit freunden in berlin und noch mehr verabredungen, gespraeche und essen; besuche von mueseen, klettern gehen und saunen; zum ende hin ein besuch in der geschaeftsstelle von terre des hommes, wo wir einen kleinen vortrag ueber reise- und projektbesuch hielten und planungen fuer den weiteren verlauf der projektreise besprachen...

... und schon waren 4 wunderbare wochen um. beladen mit 2 rucksaecken und einem unhandlichen paket das fahrradzubehoer, vor allem 2 frisch eingespeichte, rohloff- benabte hinterraeder enthielt, wurden wir wieder am frankfurter flughafen verabschiedet. nur 20 stunden spaeter kamen wir wieder in lima an. alles in allem erfuellt, bestaerkt, gestaerkt (fast uebergewichtig) aber doch irgendwie traurig. heimaturlaub ist was tolles, aber das zurueckkommen ist nicht einfach und vor allem bei britta machte sich gesteigertes heimweh breit.

in der feucht- tropischen hitze limas hielten wir es nicht lange aus. immerhin besuchten wir ein museum und das terre des hommes peru buero. nach 2 tagen schulterten rucksack und kiste und fuhren im nachtbus in den sueden perus. ein kleiner umweg, zu einem terre des hommes projektpartner. in der region ilo und moquegua arbeiten seit ueber 40 jahren minen- konzerne und haben ilo mal zu dem unruehmlichen titel "verschmutzteste stadt" der welt verholfen. mehr zu unserem projektbesuch koennt ihr unter radel fuer vielfalt nachlesen.

am 20.1.2008 waren wir wieder in unserem uebergangszuhause in marcelos wohnung in el alto angekommen, und nun sind wir auch emotional wieder da, wo wir im moment hingehoeren, in der wuseligen vorstadt der hauptsadt boliviens. die raeder haben ihre neue nabenschaltung eingebaut bekommen und die neuen reifenprofile warten nun auf den ersten strassenkontakt. es regnet viel, da "la niña" hier wuetet, aber wir nutzen die zeit, um unsere website endlich mal wieder auf den neusten stand zu bringen und das projekt CHASQUI will auch noch besucht werden - langweilig wird es uns also vorerst nicht werden!!!

link zu den bildern:
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Bolivien:Leben in El Alto - La Paz


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